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17 Fragen an… Petra Zugschwerdt von bio crash

5. Mai 2008 Einsortiert in 17 Fragen an..., Cafegespräche

In der kleinen Gesprächsecke hier im Wissenschafts-Café wird es – nach den Interviews mit Lars und Martin – allerhöchste Zeit eine Bloggerin zum Gespräch zu bitten. Und wer eignete sich besser zur Beantwortung der “17 Fragen”, als Petra Zugschwerdt, die unter ihrem Pseudonym “rotfell” schon seit über 2 1/2 Jahren in der Blogosphäre unterwegs ist? Aber auch bei ihr gilt meine Neugier folgenden Punkten:

Wer steckt hinter den einzelnen Blogs? Was treibt die Blogger an? Wie finden sie ihre Geschichten, wie kamen sie überhaupt zum bloggen? Stößt man immer noch auf Unverständnis, wenn man Kommilitionen oder Kollegen von seinem Blog erzählt? Sollte man sein Blogdasein vielleicht komplett verschweigen?

Und weshalb schreiben die Blogger überhaupt zu wissenschaftlichen Themen und nicht über was ganz anderes? – Allerhöchste Zeit, um all das in Erfahrung zu bringen.

Weiter geht es mit 17 Fragen an…

Petra Zugschwerdt
Petra Zugschwerdt

bio crash
Biologenplatz (Wissenslogs)
Biologie-Studentin

Bloggt seit: September 2005
Frequenz: 1.1 Posts/Woche
Wissenschafts-Café-Profil: hier

1. Worüber hast Du zuletzt gebloggt?

Über den auf den 1. Mai 2007 verlegten Stammzellen-Stichtag und über die darin erkennbare Unentschlossenheit der Regierung, eine klare Stellung zum Thema “Embryonale Stammzellenforschung” zu beziehen.

2. Wie erklärst Du beim Party-Small-Talk, womit Du dich wissenschaftlich beschäftigst?

Als Studentin reicht es meistens zu sagen, dass ich Biologie studiere. Wenn man mich dann fragt, was ich tatsächlich mache, antworte ich, dass ich gern mit Proteinen, DNA und Mikroorganismen spiele.

3. Schon einmal daran gedacht, die Wissenschaft an den Nagel zu hängen?

Häufig! Warum soll man studieren, wenn die Chancen, danach arbeitslos zu werden, so groß sind?

4. Und womit ließe sich stattdessen die Zeit vertreiben?

Da man ja irgendwie seine Brötchen verdienen muss und ich eine abgeschlossene Bankausbildung in der Tasche habe, würde ich mein Glück als Schreibtischstute probieren.

5. Das nervigste Detail am akademischen Betrieb?

Man lebt als Student in seinem eigenen Mikrokosmos fernab von der realen Arbeitswelt und verliert so schnell den Draht dazu, warum und wofür man eigentlich studiert. Studieren um des Studierens Willen entspricht nicht meinem Charakter.

6. Wie erklärt man in drei Sätzen, weshalb Wissenschaft dennoch faszinierend ist?

Wissenschaft ist faszinierend, weil sie uns zu erkennen hilft, was die Welt im Kern zusammenhält und wir dieses Wissen nutzen können, um unser Leben zu verbessern.

7. Die beste Antwort auf die Frage, was man unter “Web 2.0″ und/oder der “Blogosphäre” versteht?

Die Blogosphäre ist eine kleine Nachbarschaft von Menschen, die genauso unterschiedlich wie die Bewohner einer Großstadt sind. Von Web 2.0 habe ich ehrlich gesagt wenig Ahnung.

8. Auf welche Weise bist Du zum bloggen “verführt” worden?

Igor Schwarzmann hat mich bei Cheeseburger und Pommes zum Bloggen angestiftet.

9. Mehr als Kopfschütteln geerntet, als Du Kommilitonen von Deinem Blog erzählt hast?

Die fanden die Idee klasse und einige lesen den Blog fleißig. Gestern erst sagte mir ein Kommilitone, dass er bio crash über den rss-reader abonniert und hat sich darüber beschwert, dass ich so selten schreibe.

10. Ein unschlagbares Argument für einen wissenschaftlichen Blog?

Man kann sich mit wissenschaftlichen Themen auf seinem Privatspielplatz auseinandersetzen und mit ebenfalls Interessierten darüber in den Kommentaren diskutieren.

11. Und das beste Argument dagegen?

Die Freizeit, welche man mit dem Bloggen im stillen Kämmerlein verbringt, könnte man genauso gut mit seinen Freunden verbringen.

12. Interessanteste Begebenheit im Zusammenhang mit der Bloggerei?

Vor ein paar Jahren war ich an Silvester auf dem Ärzte-statt-Böller-Konzert in Köln und anschließend ging es noch zu Freunden eines Freundes, die ich nicht kannte. Trotzdem wurde ich direkt mit “Du bist also das Rotfell!” angesprochen, da die Leute meinen Blog kannten. Das war seltsam.

13. Sind Kommentatoren in Blogs nicht eigentlich störend?

Überhaupt nicht! Nur durch Kommentare wird ein Blog richtig lebendig. Ich arbeite noch daran, meinen Kommilitonen, die mich auf dem Campus auf meine Posts ansprechen, dazu zu überreden, auch die Kommentare zu nutzen. Aber Biologiestudenten sind scheinbar ein netzscheues Völkchen.

14. Bei welcher Gelegenheit, an welchem Ort fallen einem die besten (Blog-)Geschichten ein?

Abends, wenn man im Internet die aktuellen wissenschaftlichen Nachrichten liest und darüber zu grübeln beginnt.

15. Haben Blogs Suchtpotential und wenn ja, was kann man dagegen tun?

Sie haben Suchtpotential. Dann ist es gut, wenn man selbst die Notbremse zieht und die Blogzeit reduziert oder gute Freunde hat, die das für einen tun, wenn einem selbst entgangen ist, dass man zuviel Lebenszeit “verbloggt” hat.

16. Für welche nichtwissenschaftliche Thematik wärst Du als Bloggerin prädestiniert?

Ich philosophiere gern über die Natur des Menschen, wobei das eigentlich eine Wissenschaft für sich ist.

17. Und worüber werden wir niemals in Deinem Blog lesen?

Das will ich nicht einschränken. Warum auch? Schließlich kann immer der eine ganz spezielle Fall eintreten, in dem man doch über Dinge schreibt, die einem eigentlich nicht liegen, die einen aber in diesem Moment angesprochen haben.

Vielen Dank für Deine Antworten.

Zu den Blogs von Petra geht es hier lang:

Biocrash

Biologenplatz – Im Theater der Wissenschaft

Zur Profilseite im Wissenschafts-Café (mit Bewertungsmöglichkeit).

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